Compiègne am Fluss Oise


Compiègne Palace © flickr.com - Yusi Barclay!

Compiègne Palace © flickr.com - Yusi Barclay!

Compiègne ist eine nordfranzösische Stadt mit 40.860 Einwohnern. Es ist die Unterpräfektur des gleichnamigen Arrondissements im Département Oise in der Region Picardie. Der Ort liegt 80 km nördlich von Paris, am Fluss Oise, direkt an der Einmündung seines linken Nebenflusses Aisne.

Napoléon III. ließ an Stelle des Karmelitinnenklosters in der Nähe des Schlosses ab 1866 von Auguste-Gabriel Ancelet ein Theater erbauen. Mit dem Ende des Kaiserreichs 1870 wurden die Arbeiten aber eingestellt, bevor das Theater eröffnet werden konnte. Seit 1987 wurde das Theater nach und nach renoviert und konnte 1991 schließlich eröffnet werden. Das Theater ist Sitz des Théâtre Français de la Musique, das vor allem durch Aufführungen selten gespielter französischer Opern und Operetten ein internationales Publikum anzieht.
 

Louis Le Dreux de la Châtre, Schüler und späterer Mitarbeiter von Ange-Jacques Gabriel erbaute das klassizistische Schloss Compiègne zwischen 1751 und 1788. Es kann als Museum besichtigt werden. Das Schloss ist von einem großen Landschaftspark umgeben. Kaiser Napoléon wohnte hier und empfing seine künftige Frau am 23. März 1810 in Frankreich. Der Palast wurde von den Architekten Berthault, Percier und Fontaine, dem Maler Girodet und den Dekorateuren Dubois und Redouté renoviert und neu ausgestattet. Compiègne wurde später zur bevorzugten Residenz von Napoleon III. Auch er nutzte das große Jagdrevier.

Die Kirche Saint-Jacques war ursprünglich eine von zwei Pfarrkirchen der Stadt. Der Bau aus dem 12. Jahrhundert weist in seinem Figurenschmuck viele Bezüge zu seinem Namenspatron, dem Apostel Jakobus, und zur Pilgertradition des Jakobsweges nach Santiago de Compostela auf. Der Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert wurde im 17. Jahrhundert aufgestockt, in seinem oberen Bereich wurden die Statuen von 14 Heiligen angebracht. Die Rolle als königliche Kirche in direkter Nachbarschaft zum Schloss verursachte einen umfangreichen Umbau im 18. Jahrhundert und eine verschwenderische Ausstattung. Seit 1998 ist die Kirche als Teil des Weltkulturerbe der UNESCO “Jakobsweg in Frankreich” ausgezeichnet.



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Die Lutherstadt Wittenberg


Memorial plaque Wittenberg Old Town Market © OTFW

Memorial plaque Wittenberg Old Town Market © OTFW

Lutherstadt Wittenberg ist die Kreisstadt des Landkreises Wittenberg im östlichen Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Sie liegt an der Elbe zwischen Dessau-Roßlau im Westen, dem Fläming im Norden, der Dübener Heide im Süden und der Elbe-Elster-Region im Osten, knapp 100 Kilometer südwestlich von Berlin und etwa 70 Kilometer nordöstlich von Leipzig.

Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen im 16. Jahrhundert. Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude zählen zu den bedeutendsten Stätten der deutschen Geschichte. Die Wirkungsstätten Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Lucas Cranach des Älteren werden bereits seit Jahrhunderten von internationalen Gästen aufgesucht. Das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadt- und die Schlosskirche sind als Luthergedenkstätten seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Wittenberg war Hauptstadt des sächsischen Kurkreises und herzogliche und kurfürstliche Residenz von Sachsen-Wittenberg. Später wurde die Stadt zum Zentrum der chemischen Industrie und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an den Strecken Berlin–Leipzig und Magdeburg–Dresden.
 

Derzeit ist Lutherstadt Wittenberg geprägt vom städtischen Rückbau der Neubaugebiete aus der DDR-Zeit, einer langsamen wirtschaftlichen Erholung und einer touristischen Entwicklung als “Wallfahrtsort” der Reformation. Die Stadt bereitet sich seit 2008 auf die Luther-Dekade vor, welche 2017 stattfinden wird. Zahlreiche Gebäude werden restauriert, die Infrastruktur wird zum Teil erneuert und zahlreiche neue Attraktionen entstehen in der Lutherstadt. So fand 2009 die Erstbepflanzung des Luthergartens statt. Insgesamt wurden 500 Gehölze gepflanzt. Diese sollen bis zum Jahr 2017 eine neue Parkanlage bilden. Der Bau des ersten Einkaufszentrums auf dem Arsenalplatz nahe der historischen Innenstadt begann im Mai 2011. Insgesamt beläuft sich diese Investition auf rund 42 Millionen Euro, es sollen bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen. Der erste klimafreundliche Bahnhof Deutschlands wird in der Lutherstadt Wittenberg bis 2013 fertig gestellt sein. In dessen Nähe sind ausgedehnte Park and Ride-Plätze für Besucher geplant. Das Wahrzeichen der Stadt, die Schlosskirche, wird für insgesamt 33 Millionen Euro saniert und teilweise umgebaut. Alle Arbeiten sollen pünktlich 2017 beendet sein.



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Die Hafenstadt Calais


Town Hall © Patrick.charpiat

Town Hall © Patrick.charpiat

Calais ist eine Hafenstadt im Norden Frankreichs mit 74.336 Einwohnern. Calais liegt an der französischen Küste am Ärmelkanal (frz. la Manche), nur 34 km von der Südküste Englands entfernt. Bei guter Sicht kann man die Kreidefelsen von Dover erkennen. Der Ort ist die größte Stadt, aber nicht Präfektur des Départements 62, Pas-de-Calais und neben Boulogne der wichtigste Hafen für den Schiffsverkehr mit England. In der Nähe liegt das französische Portal zum Eurotunnel in Coquelles/Sangatte. Calais ist Mittelpunkt der Tourismus-Region Opalküste (frz. Côte d’Opale).

Der Kernbereich der Stadt unterteilt sich in den Altstadtbereich innerhalb der alten Stadtbefestigung, sowie den jüngeren Vorort St. Pierre, welche durch einen Boulevard verbunden sind.
 

Auf dem Platz vor dem Rathaus steht das Denkmal Les Bourgeois de Calais (“Die Bürger von Calais”) von Auguste Rodin. Es wurde 1895 errichtet. Das historische Rathaus selbst wurde von 1910 bis 1922 im Stil der flämischen Renaissance erbaut. Der Belfried (Glockenturm) des Rathauses zählt wie auch der in der Altstadt stehende Tour de Guet mit 21 weiteren Belfrieden der nordfranzösischen Region zum Weltkulturerbe.

Der Tour de Guet ist 38 Meter hoch und geht auf einen Befestigungsturm des 13. Jahrhunderts zurück. Er diente in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowohl als optischer Telegraf, wie auch als Leuchtturm. Einen guten Blick auf den Hafen bietet der 50 Meter hohe um 1848 erbaute Leuchtturm (frz. Phare). Das historische Theatergebäude steht am Boulevard de Jacquard.

Ungewöhnlich ist der Baukomplex der Kirche Notre Dame (13.–15. Jh.), vor allem auf seiner Südseite. Das südliche Querschiff und eine sich an das südliche Langhaus anschließende Zisterne verleihen dem Bau einen festungshaften Charakter und verdeutlichen die exponierte Stellung von Calais als englischer Brückenkopf für zwei Jahrhunderte. Am 23. September 1944 wurde sie versehentlich von den Alliierten eine Woche vor der Befreiung der Stadt bombardiert.



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Die Kreidefelsen von Dover


Dover Seafront and Castle © James Armitage

Dover Seafront and Castle © James Armitage

Dover ist eine englische Stadt mit dem wichtigsten englischen Hafen an der Straße von Dover am Ärmelkanal. Dover liegt in der Grafschaft Kent und ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts. Dover liegt im äußersten Südosten Englands und ist die dem kontinentalen Festland und Frankreich am nächsten liegende englische Stadt. Die kürzeste Entfernung in der Straße von Dover von ca. 34 Kilometer wird zwischen South Foreland, nordöstlich von Dover, und dem Cap Gris-Nez nahe der französischen Hafenstadt Calais gemessen. Berühmt sind die Kreidefelsen von Dover. Das 1992 gefundene, bronzezeitliche Dover-Boot, ist das derzeit älteste ehemals seegehende Boot der Welt.

Wegen seiner Nähe zum europäischen Festland ist der Fährhafen Dover einer der meist genutzten Häfen der englischen Küste. Vom Vereinigten Königreich setzen jährlich mehrere Millionen Menschen nach Frankreich über. Es gibt regelmäßige Fährverbindungen nach Calais und Dünkirchen. Die Eröffnung des Eurotunnels 1994 und das Ende der legendären Hovercraft-Verbindung nach Calais im Jahr 2000 hat die zentrale Rolle des Hafens vermindert.
 

Im Zentrum der Stadt steht noch heute das 1203 von Hubert de Burgh erbaute Rathaus, das einst eine Pilgerherberge war. Im Jahre 1216 wurde Dover von den Franzosen angegriffen, konnte aber von Hubert de Burgh erfolgreich verteidigt werden. 1295 kam es zu einem erneuten Angriff von 10.000 französischen Soldaten, die die Stadt diesmal niederbrannten. Aufgrund ihrer handelsfördernden hervorragenden Lage blühte die Stadt schnell wieder auf.

Nicht nur als die Heimat der Kreidefelsen von Dover ist die Region eine Reise wert. Eine große Anzahl an historischen Plätzen, mächtigen Burgen und rauhen Küstenlandschaften machen einen Aufenthalt höchst interessant und kurzweilig.

Entdecken Sie Landschaftsparks oder spazieren Sie entlang der Wanderwege auf den Felsen, lassen Sie sich in die Zeit von König Heinrich II zurückversetzen und besuchen Sie die neue Ausstellung im großen Tower von Dover Castle.



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